WAVE-H2 Campus Vaihingen
Innovationsmodule

Campus Vaihingen
Innovationsmodule

Analytik & In-situ-Charakterisierung
Eine umfassende Analytik und In-situ-Charakterisierung ist essenziell, um die komplexen Prozesse innerhalb der Reaktorsysteme zu verstehen und gezielt zu optimieren. Am Campus Vaihingen stehen hierfür umfangreiche Messmethoden zur Verfügung, die sowohl Gasphasenanalysen als auch Oberflächen- und Materialuntersuchungen umfassen, beispielsweise durch Raman-Spektroskopie, Röntgendiffraktometrie und Raser-Elektronen-Mikroskopie. Operando-Ansätze ermöglichen es, Prozesse direkt unter Betriebsbedingungen zu beobachten und zeitlich aufgelöst zu analysieren. Dadurch können Reaktionspfade, Zwischenprodukte und Degradationsmechanismen identifiziert werden. Die enge Integration von Analytik und Prozessbetrieb schafft eine belastbare Datenbasis für die Weiterentwicklung von Materialien, Reaktoren und gesamten Prozessketten.
Elektrifizierte Reaktorsysteme & Power-to-X
Im Fokus der Infrastruktur stehen elektrifizierte Reaktorsysteme im Technikumsmaßstab, die die direkte Nutzung von Strom zur Aktivierung chemischer Prozesse ermöglichen. Hierzu zählen plasmabasierte Reaktoren, katalytische Systeme sowie hybride Konzepte, die gezielt für Power-to-X-Anwendungen entwickelt werden. Die Plattform erlaubt die Untersuchung von Reaktionsmechanismen, Stoffumsätzen und Energieeffizienzen unter variierenden Betriebsbedingungen. Durch die Kombination unterschiedlicher Reaktortypen können neue Prozessrouten für die Umwandlung von CO₂, Stickstoff oder biogenen Gasen erschlossen werden. Ziel ist es, skalierbare und ressourceneffiziente Technologien zu entwickeln, die eine zentrale Rolle in zukünftigen, elektrifizierten Wertschöpfungsketten einnehmen.
Modulare Wasserstoff-Prozessplattform
Die modulare Wasserstoff-Prozessplattform mit zwei vollautomatisierten Prüfständen im Kilowattmaßstab ermöglicht die flexible Kopplung von Elektrolyse, Gasaufbereitung, Speicherung und Nutzung. Durch standardisierte Schnittstellen und eine skalierbare Medienversorgung können unterschiedliche Prozessketten schnell konfiguriert und unter realitätsnahen Bedingungen betrieben werden. Dabei erlaubt die Infrastruktur sowohl stationäre als auch dynamische Betriebsweisen, um Lastwechsel, Systemintegration und sektorübergreifende Anwendungen abzubilden. Die Plattform unterstützt die Untersuchung gesamter Prozessketten und schafft die Grundlage für eine systemische Bewertung von Effizienz, Robustheit und Skalierbarkeit. So wird ein konsistenter Übergang von der Laborumgebung hin zu komplexeren, integrierten Energiesystemen ermöglicht.
Digitale Prozessführung & Systemintegration
Die digitale Prozessführung bildet die Grundlage für einen effizienten und reproduzierbaren Betrieb komplexer Versuchsanlagen. Durch die Integration von Sensorik, Automatisierung und Datenplattformen werden Prozesse kontinuierlich überwacht, gesteuert und optimiert. Modellgestützte Ansätze und datengetriebene Methoden ermöglichen es, Betriebsstrategien zu entwickeln und Systemverhalten zu prognostizieren. Gleichzeitig unterstützt die Infrastruktur die Kopplung einzelner Technologien zu integrierten Gesamtsystemen, in denen Stoff- und Energieströme abgestimmt werden. So entsteht ein digitales Abbild der Prozesse, auf deren Basis transformative Produktionsprozesse mittels techno-ökonomischer Methoden bewertet werden.
Material- und Komponentenentwicklung
Die Entwicklung und Optimierung funktionaler Materialien und Komponenten ist ein zentraler Baustein der Infrastruktur am Campus Vaihingen. Hier werden Elektroden, Katalysatoren, Beschichtungen und weitere reaktive Materialien gezielt für den Einsatz in elektrifizierten Prozessen entwickelt und getestet. Die enge Verzahnung von Materialentwicklung und Prozessumgebung ermöglicht eine schnelle Iteration und Bewertung unter realistischen Betriebsbedingungen. Dabei werden sowohl strukturelle als auch funktionale Eigenschaften analysiert, um die Leistungsfähigkeit und Langzeitstabilität der Materialien zu verbessern. Die Infrastruktur bildet auch für zukunftsweisende Entwicklungen im Bereich der Laborautomation den idealen Rahmen.
Transfer- & Demonstrationsumgebung
Die Transfer- und Demonstrationsumgebung am Campus Vaihingen schafft die Voraussetzungen, um neue Technologien aus der Forschung in anwendungsnahe Kontexte zu überführen. Hier können Prozesse im Technikumsmaßstab betrieben, validiert und gemeinsam mit Industriepartnern weiterentwickelt werden. Die Infrastruktur ermöglicht es, Betriebsstrategien unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und die Leistungsfähigkeit von Systemen nachzuweisen. Gleichzeitig dient sie als Plattform für Co-Development und Wissenstransfer zwischen Forschung und Anwendung. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um innovative Technologien schneller in industrielle Wertschöpfungsketten zu integrieren und ihre Marktfähigkeit zu erhöhen.









